Wilkommen

Geschichte der Schule in Hohenpolding

(verfasst von Josef Hofstetter nach Aufzeichnungen von Hermann Oberwallner)

 

Erste Erwähnung um 1700

Der Schulhalter von Hohenpolding Joahim Müller sucht beim Pfarrer in Steinkirchen Georg Seerieder (1639-1731) um Aufbesserung nach, da er nur jährlich 30 fl (Gulden) verdient. Der Pfarrer schreibt, er könne dem Schulhalter von Polding nicht mehr zuzahlen, weil verschiedene Reparaturen an Kirchen anstehen und kein Geld vorhanden sei. Nachdem keine Einigung erzielt werden konnte, entschloss sich Pfarrer Seerieder 1729 einen Eremiten (Einsiedler) aus dem Dritten Orden des Hl. Franziskus aufzunehmen. Diesem Einsiedler baute man im Wald nördlich der Poldinger Kirche eine Klause mit kleiner Kapelle.

 

Klausner

Der erste Klausner hieß Vollgruber. Er war bis 1734 in Hohenpolding. Sein Nachfolger war Johannes Permayer. Dann folgte Frater Sebaldus Treindl, der 1780 in Hohenpolding gestorben ist. Für kurze Zeit folgte Fr. Friedrich Aschauer und danach kam Klausner Reginald Fischer aus Erding. Seine Pflichten, Schule zu halten und den Kirchendienst zu versehen schienen ihm nicht sehr wichtig gewesen zu sein. Die Bauern beschwerten sich über ihn. Auch Pfarrer Schmidbauer schildert ihn als nicht gut. Fischer starb 1799 als letzter Klausner von Hohenpolding. An ihn und Frater Treindl erinnern zwei Gedenktafeln in der Friedhofskapelle in Hohenpolding. Am 13.01.1800 ordnet die Regierung auf Antrag des Pfarrers von Steinkirchen den Abbruch der Klause im Klausenholz an, da der Mesnersohn Gregor Faltermayr zur vollsten Zufriedenheit Schul- und Kirchendienst verrichte.

 

Schulpflicht

Durch Verordnung der Kurfürstlichen Regierung vom 23.12.1802 wurde die Schulpflicht für Kinder vom 6. bis 12. Lebensjahr eingeführt. 1803 wurde die Sonn- und Feiertagsschule für 12 - 18-Jährige zur Pflicht. 1856 wurde die Werktagsschulpflicht bis zum 13. Lebensjahr erhöht und Feiertagsschulpflicht auf das 16. Lebensjahr verkürzt. Am 07.07.1814 rügt die Regierung, dass in Hohenpolding und anderen Orten für mehr als 60 junge Leute keine Feiertagsschule gehalten wird. Am 31.07.1821 berichtet das Kgl. Bezirksamt Erding an die Regierung: In Hohenpolding befindet sich seit der Entstehung der dortigen Schule kein ordentlicher Schulsaal, sondern die Schule wird vom Mesnersohn als Schullehrer im Wohnzimmer des Schmiedes daselbst abgehalten. Die Notwendigkeit eines Schullokals ergibt sich aus einer Schülerzahl von 76 ohne Feiertagsschüler. Der Unterricht findet nun in dem an die Anhöhe rückwärts angebauten hölzernen und mit Stroh gedeckten Mesnerhause (heute Schulstraße 1, ehemaliges Bierstüberl Lechner) statt.

 

1835 ersucht die Regierung um Bericht wegen einer Absetzung des Lehrers Neumayer. Die Distriktschulinspektion ersucht von einer Absetzung Abstand zu nehmen, möchte aber am Religionsunterricht etwas geändert haben, weil der Kooperator (Kaplan) Richter nicht hört und der Pfarrer Springer nicht sieht. Sonst bestehe die Gefahr, dass die beiden die Antworten der Schüler nicht hören oder nicht sehen, was im Zimmer los ist. Das könnten die Schüler ausnutzen. Am 03.04.1837 stirbt Lehrer Gregor Neumayer in Hohenpolding. Damit sind 85 Werktags- und 69 Feiertagsschüler ohne Lehrer und die Stelle muss neu besetzt werden. Geboten sind dem neuen Lehrer neben dem Schulzimmer ein nichtbeheizbares Gemach von etwa 6 qm Größe und ein Ertrag von 238 fl 47 kr im Jahr. Dazu kommt noch das Einkommen für den Mesnerdienst (77 fl 38 kr) und vielleicht die Gemeindeschreiberei.

 

Die Regierung wird gebeten, den Mesner Paul Ecker, geb. am 22.04.1798 als Lehrer zu genehmigen. Paul Ecker wird nur vorläufig auf jeweils ein Jahr angestellt und jedes Jahr geprüft. Im März 1845 wird Paul Ecker einen ganzen Tag geprüft und dann ganz als Schullehrer von Hohenpolding eingestellt. Am 15.12.1863 bittet er wegen Krankeit mit 66 Jahren um Pensionierung. Am 26.09.1864 wird die freie Stelle mit Wilhelm Ewinger, vermutlich einem Lehrersohn aus Steinkirchen, besetzt. Am 14.01.1865 schreibt die Regierung: "Die Vorbereitungen zum Bau eines neuen Schulgebäudes sind mit thunlichster Beschleunigung fortzuführen und binnen 6 Wochen Bericht zu erstatten." Das Landbauamt Freising lehnt als Genehmigungsbehörde am 15.06.1865 die Übernahme des neugebauten Baumgartnerhauses (heute Kellerstraße 1) als Schulhaus ab. Nachdem erst ein Grundstück des Krämers Simon Graf im Gespräch war, wird die neue Schule auf dem Grund des Bauern Josef Aigner auf dem Berg errichtet, weil dort auch ein Garten angelegt werden könnte. 1867 wird das alte Schulhaus (heute Schulstraße 3, ehemaliges Postgebäude) für 775 fl an den Schmied Leonhard Rothwinkler von Buchöd versteigert. Da die Schule Hohenpolding im Jahre 1870 über 100 Werktagsschüler zählt, wird bei der Regierung eine zweite Lehrerstelle oder die Anstellung eines Schulgehilfen beantragt.

 

Lehrer Wilhelm Ewinger beantragt am 12.08.1871 die Verehelichung mit Therese Bart von Erdmannsdorf und zieht am 16.07.1872 nach Wartenberg. In Hohenpolding sind wieder 109 Werktagsschüler und 44 Feiertagsschüler ohne Lehrer. Am 14.09.1872 bekommt Thomas Frech aus Oberhaunstadt die Lehrerstelle. Er bleibt bis zum 28.01.1880 und zieht dann nach Grunertshofen, Bez.Amt Fürstenfeldbruck. Am 07.02.1880 beschwert sich Bezirkamtmann Bachmaier von Erding bei der Regierung über den Lokalschulinspektor Expositus Dr. Danzl von Hohenpolding. Auch der Pfarrer von Steinkirchen schreibt, er mache es nicht besser. Es wäre an der Zeit, die Schule einem verheirateten Lehrer zu übertragen. 1880 kommt Lehrer Johann Becher, geb. am 27.08.1852, von Oberhaindlfing nach Hohenpolding. Zugleich wird der Schulgehilfe Josef Birkenheuer mit Bezügen von 317,10 Mark pro Jahr und freie Verpflegung im Lehrerhaus von Aibling nach Polding versetzt. Schulleiter Johann Becher war ein tüchtiger Lehrer. Er war Schulleiter, Gemeindeschreiber für Hohenpolding und Sulding, Organist, Jäger und Gesellschafter am Stammtisch mit der örtlichen Prominenz. In dieser Zeit entstand auch das "Hohenpoldinglied" mit dem Titel "Unser Heim", Text von Johann Becher und Musik vom ebenfalls Hohenpoldinger Lehrer Theodor Galitz. Am 01.02.1906 wird Johann Becher nach München versetzt und von der Gemeinde für 25-jährige Tätigkeit zum Ehrenbürger von Hohenpolding ernannt. Am 01.05.1906 übernimmt Lehrer Johann Kroher von Stammham, Bez.Amt Altötting, die Schulleitung in Hohenpolding. 

 

Weitere Schulleiter

1910 Lehrer Gauert
1926 Hauptlehrer Karl Sittler
1938 Hauptlehrer Martin Schwarz
Während des 2. Weltkrieges vertritt ihn Rosa Koder
ab 1949 bis zur Schulauflösung 1973:   Hauptlehrer Ferdinand Diemer
weitere Lehrer in dieser Zeit: Rosa Koder und Oberlehrer Opitz

 

1962/63 wird für ca. 385.000 DM ein neues Schulhaus errichtet, das am 12.12.1964 feierlich eingeweiht wurde. Schon ein Jahr später wurde die Hauptschule nach Taufkirchen verlegt. Um wenigstens die Grundschule zu erhalten, schloss man sich mit Wambach zu einem Schulverband zusammen, bestehend aus Grundschülern der Gemeinden Hohenpolding, Sulding, Wambach und Hofstarring.

 

Volksschule Hohenpolding

Am 01.08.1973 wurde der Schulverband Hohenpolding aufgelöst und der Grund- und Hauptschule Taufkirchen (Vils) angegliedert. Im Hohenpoldinger Schulhaus befanden sich jetzt ausgelagerte Klassen der Grundschule Taufkirchen. Anfangs waren dies bis zu fünf und am Ende jeweils zwei Klassen, vorwiegend mit Hohenpoldinger Schülern. 

Als um 1990 die Grundschule Taufkirchen die Auslagerung der Klassen beenden wollte, bestand die Gefahr, dass keine Schüler mehr in Hohenpolding zur Schule gingen und dass das Schulhaus leerstehen müsse. Deshalb beantragte die Gemeinde die Umsprengelung zum Schulverband Schröding. Durch die Genehmigung wurde erreicht, dass ab dem Jahr 1992 die Hohenpoldinger Grundschüler wieder in Hohenpolding zur Schule gehen konnten, denn im Schulverband Schröding werden jeweils vier Klassen (1-4) in Schröding und vier Klassen (1-4) in Hohenpolding unterrichtet. 

Schulleiterinnen:

1992 - 2007:
2007 - 2011:
seit 2011:
Edith Hirtreiter
Sonja Strehle
Dr. Christine Berg